Silber verändert mit der Zeit seine Farbe. Aus dem hellen Glanz wird ein gelblicher, bräunlicher oder grauer Schleier. Das ist ein normaler chemischer Vorgang und kein Zeichen mangelnder Qualität. Mit etwas Wissen lässt sich das Anlaufen verlangsamen und oft auch gut beheben. Allgemeine Hinweise finden Sie bereits im Beitrag Schmuckpflege, hier gehen wir gezielt auf Silber ein.
Warum Silber anläuft
Silber reagiert mit Schwefelverbindungen, die in der Luft vorkommen, und bildet an der Oberfläche eine dünne Schicht. Auch Feuchtigkeit beschleunigt den Vorgang. Kosmetik, Parfum, Haarspray und Reinigungsmittel können ebenfalls mitwirken. Manche Hautmilieus fördern das Anlaufen stärker als andere, deshalb sieht derselbe Schmuck bei verschiedenen Menschen unterschiedlich aus. Der dunkle Belag ist keine Beschädigung des Metalls, sondern eine Reaktion an der Oberfläche, die sich meist wieder entfernen lässt.
Vorbeugen und richtig aufbewahren
- Zuletzt anlegen: Tragen Sie Schmuck erst nach Creme, Parfum und Haarspray.
- Nach dem Tragen abwischen: Ein weiches Tuch entfernt Hautfett und Feuchtigkeit.
- Fernhalten: Bei Sport, Schwimmen, Duschen und Hausarbeit besser ablegen.
- Trocken und luftdicht lagern: Verwenden Sie Beutel oder Etuis, in denen die Stücke einzeln liegen und sich nicht zerkratzen.
Ein verschliessbarer Beutel oder eine kleine Box hilft, den Luftkontakt zu verringern. Auch Kühle und gleichmässige Raumluft sind vorteilhaft, ein feuchtes Badezimmer eignet sich weniger.
Anlaufen entfernen
Leichte Verfärbungen lassen sich oft mit einem Silberpoliertuch beseitigen. Reiben Sie sanft in eine Richtung und wechseln Sie die Tuchstelle, sobald sie dunkel wird. Bei stärkerem Belag hilft manchmal ein Bad in lauwarmem Wasser mit mildem Spülmittel, danach gründlich abspülen und trocknen. Verzichten Sie auf scheuernde Mittel, denn sie können feine Kratzer hinterlassen.
Im Internet kursieren viele Tipps mit Haushaltsmitteln. Wie sie auf Oberfläche, Fassung und Steine wirken, lässt sich nicht pauschal sagen. Ein weiches Tuch und mildes, lauwarmes Wasser sind meist die sicherere Wahl, denn damit lassen sich Schäden am Schmuckstück eher vermeiden. Probieren Sie im Zweifel jede Methode zuerst an einer unauffälligen Stelle aus.
Wo Vorsicht geboten ist
Nicht jedes Silberstück verträgt jede Methode. Bei Schmuck mit Perlen, weichen oder porösen Steinen sollten Sie keine Flüssigkeiten und Tauchbäder einsetzen. Auch bei gefassten Steinen kann Wasser in die Fassung gelangen. Absichtlich geschwärzte Stellen, bei denen die Oxidierung zur Gestaltung gehört, würden Sie durch Polieren verlieren. Polieren Sie dort nur, wenn Sie das Ergebnis tatsächlich wollen.
Bei versilbertem Schmuck liegt nur eine dünne Silberschicht auf einem anderen Metall. Zu kräftiges Polieren kann diese Schicht mit der Zeit abtragen, sodass das darunterliegende Material sichtbar wird. Massives Silber ist robuster, braucht aber ebenfalls eine behutsame Behandlung. Bei stark verfärbten, wertvollen oder empfindlichen Stücken kann es sinnvoll sein, eine Goldschmiedin oder einen Goldschmied aufzusuchen.
Unser Tipp
Tragen Sie Silberschmuck regelmässig und wischen Sie ihn danach ab; Stücke, die häufig getragen werden, laufen oft weniger stark an als solche, die lange liegen. Wenn Ihre Haut empfindlich reagiert, hilft der Beitrag hautverträglicher Schmuck. Eine Auswahl finden Sie im Schmuck-Sortiment.