Automatikuhr mit blauem Zifferblatt und Edelstahlgehäuse

Das Uhrwerk erklärt: Kaliber, Steine, Frequenz


Im Datenblatt einer Uhr stehen oft Begriffe wie Kaliber, 25 Steine oder 28'800 A/h. Dahinter steckt viel Technik, die sich aber gut erklären lässt. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die wichtigsten Angaben zum Uhrwerk zu verstehen.

Was ist ein Kaliber?

Das Kaliber bezeichnet das Uhrwerk als Ganzes, meist mit einer Typenbezeichnung aus Buchstaben und Zahlen. Es sagt aus, um welches Werk es sich handelt, und lässt Rückschlüsse auf Grösse, Funktionen und Antriebsart zu. Bei Automatikwerken wird die Uhr durch die Bewegung Ihres Handgelenks aufgezogen, bei Handaufzugswerken per Krone, bei Quarzwerken liefert eine Batterie die Energie.

Wozu dienen die Steine?

Die Steine in einem Uhrwerk sind meist synthetische Rubine. Sie dienen als Lager für die feinen Achsen der Zahnräder und verringern dort die Reibung. So läuft das Werk gleichmässiger und verschleisst weniger. Die Zahl der Steine variiert je nach Werk und Funktionen. Eine höhere Zahl bedeutet nicht automatisch ein besseres Werk, entscheidend ist, wo die Steine verbaut sind.

Frequenz: Halbschwingungen pro Stunde

Die Unruh im Werk schwingt in einem festen Takt, den man als Frequenz angibt, meist in Halbschwingungen pro Stunde (A/h). Gängig sind 21'600 und 28'800 A/h. Bei 28'800 A/h macht die Unruh 8 Halbschwingungen pro Sekunde, also 4 volle Schwingungen (4 Hertz), was oft zu einer besonders gleichmässig wirkenden, flüssigen Sekundenanzeige führt.

Die wichtigsten Begriffe im Überblick

  • Kaliber: Typenbezeichnung des gesamten Uhrwerks.
  • Steine: Rubinlager, die Reibung an den Achsen verringern.
  • Frequenz: Takt der Unruh, angegeben in A/h.
  • Gangreserve: Zeit, die ein aufgezogenes Werk ohne weiteren Antrieb läuft, je nach Modell unterschiedlich.
  • Antrieb: Automatik, Handaufzug oder Quarz.

Für die meisten Trägerinnen und Träger zählen vor allem Antriebsart, Gangreserve und Zuverlässigkeit. Eine hohe Frequenz oder viele Steine sind schöne technische Merkmale, ersetzen aber nicht die regelmässige Pflege. Lassen Sie ein mechanisches Werk nach Herstellerempfehlung warten, damit Schmierstoffe erneuert werden und das Werk genau läuft.

Mechanisches Werk und Quarzwerk im Vergleich

Ein mechanisches Werk besteht aus Federhaus, Räderwerk, Hemmung und Unruh. Die Feder liefert die Energie, das Räderwerk überträgt sie, die Hemmung gibt sie in kleinen Schritten frei, und die Unruh gibt den Takt vor. Die Automatik ist eine Variante des mechanischen Werks: Dort übernimmt ein Rotor das Aufziehen, sobald Sie die Uhr tragen. Ein Quarzwerk arbeitet dagegen mit einem schwingenden Quarzkristall, was meist sehr genaue Zeitanzeige ermöglicht.

Wer ein Modell mit Sichtboden besitzt, kann die Bewegung von Rotor und Werk durch das Glas beobachten. Gerade dieser Blick ins Innere macht für viele den Reiz einer mechanischen Uhr aus.

Ein weiterer Punkt ist die Ganggenauigkeit. Mechanische Werke weichen im Alltag je nach Lage, Temperatur und Tragegewohnheit um einige Sekunden pro Tag ab, das ist normal. Quarzwerke gehen in der Regel deutlich genauer. Fragen Sie bei Bedarf nach den Toleranzen des jeweiligen Modells.

Unser Tipp

Vergleichen Sie bei der Auswahl nicht nur Zahlen, sondern prüfen Sie, welcher Antrieb zu Ihrem Alltag passt. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Automatik oder Quarz, und passende Modelle finden Sie in der Kollektion Herrenuhren.