Auf dem Gehäuseboden vieler Uhren steht eine Angabe wie «5 bar» oder «10 ATM». Das klingt nach Tiefe, ist aber vor allem eine Prüfgrösse. Wer sie falsch deutet, riskiert einen teuren Wasserschaden. Hier die wichtigsten Punkte im Überblick.
Was bar und ATM bedeuten
Die Angabe beschreibt einen Prüfdruck, kein Tiefenversprechen. Eine Uhr mit 10 bar wird im Labor unter Druck geprüft, der etwa 100 Metern Wassertiefe entspricht. Im Alltag wirken aber zusätzliche Kräfte: Bewegungen im Wasser, Wärme, Seife und Stösse. Deshalb ist die Einsatzgrenze deutlich tiefer als der Zahlenwert vermuten lässt.
Die gängigen Stufen im Alltag
- 3 bar: Schutz vor Spritzwasser, etwa beim Händewaschen oder bei Regen. Zum Duschen oder Schwimmen ist diese Stufe nicht gedacht.
- 5 bar: Geeignet fürs Duschen und kurzes, leichtes Schwimmen. Heisser Dampf und Seife sollten Sie trotzdem meiden.
- 10 bar: Geeignet zum Schwimmen und für leichte Wassersportarten wie Schnorcheln.
- 20 bar: Je nach Hersteller fürs Tauchen mit Einschränkungen. Massgeblich sind immer die Angaben des Herstellers.
Warum die Zahl nicht alles sagt
Die Prüfung gilt für eine neue Uhr mit intakten Dichtungen. Dazu kommt: Wasserdichtigkeit ist keine dauerhafte Eigenschaft, sondern ein Zustand, den Sie erhalten müssen. Eine Angabe wie «water resistant» ohne Zahl sagt wenig aus, achten Sie daher auf die konkrete bar-Angabe.
Warum Dichtungen altern
Dichtungen bestehen aus Gummi oder Kunststoff und werden mit der Zeit hart oder rissig. Auch Stösse, Temperaturwechsel und Parfüm setzen ihnen zu. Eine Uhr, die vor Jahren dicht war, ist es nicht automatisch heute noch. Lassen Sie die Wasserdichtigkeit daher regelmässig prüfen, besonders vor dem Sommer oder vor einem Badeurlaub.
Krone und Drücker nie unter Wasser bedienen
Das ist die häufigste Ursache für Wasserschäden. Wer unter Wasser die Krone zieht oder einen Drücker betätigt, öffnet dem Wasser den Weg. Prüfen Sie ausserdem, dass die Schraubkrone vor dem Kontakt mit Wasser vollständig eingeschraubt ist.
So schützen Sie Ihre Uhr
- Nach Salzwasser: Mit Süsswasser abspülen und anschliessend trocknen.
- Heiss und kalt: Vermeiden Sie Sauna und heisse Duschen, plötzliche Temperaturwechsel belasten die Dichtungen.
- Lederband: Es ist auch bei dichten Uhren nicht für Wasser gemacht, tauschen Sie es zum Schwimmen gegen ein Metall- oder Kautschukband.
Weitere Hinweise zur Pflege lesen Sie im Ratgeber zu Automatik und Quarz.
Unser Tipp
Wählen Sie die Wasserdichtigkeit passend zu Ihrem Alltag: Wer häufig schwimmt, liegt mit 10 bar besser. Eine Auswahl finden Sie bei den Uhren von Chrono4You.