Jede Uhr geht ein wenig vor oder nach, auch wenn man es im Alltag meist nicht bemerkt. Diese Abweichung heisst Gangabweichung. Bei Quarz- und mechanischen Uhren ist eine kleine Abweichung normal. Hier erklären wir, wie sie entsteht und womit Sie bei den verschiedenen Uhrentypen rechnen können.
Was ist die Gangabweichung?
Die Gangabweichung beschreibt, um wie viel eine Uhr in einem bestimmten Zeitraum von der genauen Zeit abweicht, meist in Sekunden pro Tag oder pro Monat angegeben. Eine Uhr, die in 24 Stunden zwei Sekunden vorgeht, hat also eine Abweichung von plus zwei Sekunden pro Tag. Geht sie nach, spricht man von einer negativen Abweichung. Für den Alltag spielt das meist kaum eine Rolle, denn wenige Sekunden fallen beim Blick auf die Uhr nicht ins Gewicht.
Quarzuhr: sehr gleichmässig
Bei einer Quarzuhr schwingt ein kleiner Quarzkristall mit gleichbleibender Frequenz. Das macht sie in der Regel sehr genau: Abweichungen betragen meist nur Sekunden pro Monat, je nach Modell. Die Temperatur kann den Gang leicht beeinflussen, was im Alltag aber kaum ins Gewicht fällt. Mehr zu diesem Werktyp lesen Sie im Beitrag zu Automatik und Quarz.
Mechanische Uhr: Handwerk mit Toleranz
Eine mechanische Uhr wird von einer Feder angetrieben, ein Schwingsystem aus Unruh und Spirale regelt den Takt. Da viele kleine Bauteile zusammenarbeiten, ist die Abweichung grösser als bei Quarz. Sie liegt je nach Werk und Tragegewohnheit bei einigen Sekunden pro Tag. Das ist normal und gehört zum Charakter dieser Uhren. Wie ein solches Werk aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber zu Kaliber, Steinen und Frequenz.
Was den Gang beeinflusst
- Lage: Bei mechanischen Werken verändert sich der Gang leicht, je nachdem, ob die Uhr liegt oder am Handgelenk getragen wird.
- Temperatur: Wärme und Kälte wirken auf Schmierstoffe und Bauteile.
- Magnetismus: Magnetfelder können den Gang stören; Einzelheiten stehen im Beitrag zur magnetisierten Uhr.
- Zustand des Werks: Mit den Jahren altern Schmierstoffe, weshalb regelmässige Wartung sinnvoll ist.
- Federspannung: Bei mechanischen Uhren kann die Abweichung je nach Aufzugszustand variieren.
Was bedeutet «Chronometer»?
Chronometer sind Uhren, deren Werk von einer unabhängigen Prüfstelle auf Präzision getestet wurde; in der Schweiz übernimmt das eine offizielle Prüfstelle. Dabei wird der Gang unter verschiedenen Bedingungen getestet, zum Beispiel in unterschiedlichen Lagen und Temperaturen. Es ist ein Hinweis auf sorgfältige Einstellung, aber keine Aussage über jeden einzelnen Tag am Handgelenk. Auch eine solche Uhr kann je nach Tragegewohnheit leicht abweichen.
Unser Tipp
Die Abweichung einer Uhr lässt sich über einige Tage beobachten: Stellen Sie die Zeit am Morgen genau ein und vergleichen Sie sie nach einigen Tagen mit einer verlässlichen Zeitanzeige. Teilen Sie die Differenz durch die Anzahl der Tage, erhalten Sie einen groben Wert für die tägliche Abweichung. Wenn Sie viel Wert auf Genauigkeit legen, ist eine Quarzuhr eine naheliegende Wahl. Wer das Spiel der Mechanik schätzt, akzeptiert kleine Abweichungen gern. Stöbern Sie in unserer Uhren-Kollektion nach einem Modell, das zu Ihren Ansprüchen passt.