Geht Ihre mechanische Uhr plötzlich deutlich ungenau, kann Magnetismus die Ursache sein. Das Problem ist weit verbreitet und lässt sich in der Regel rasch beheben. Dieser Ratgeber erklärt, woran Sie es erkennen und was Sie tun können.
Was passiert bei einer Magnetisierung?
Im Uhrwerk sitzen feine Bauteile, vor allem die Spirale der Unruh. Wird sie magnetisch, können sich ihre Windungen aneinander anlegen. Die Spirale wird dadurch effektiv kürzer, die Uhr schwingt schneller und geht vor. Meist verändert sich der Gang von einem Tag auf den anderen deutlich.
Woran Sie es erkennen
- Plötzliche Gangabweichung: Die Uhr geht ohne erkennbaren Grund stark vor, oft um mehrere Minuten pro Tag.
- Unregelmässiger Lauf: Die Abweichung schwankt, oder die Uhr bleibt zeitweise stehen.
- Kompasstest: Dreht sich die Nadel eines Kompasses beim Annähern an die Uhr mit, kann das auf Magnetisierung hindeuten.
Eine sichere Diagnose stellt der Uhrmacher mit einem Messgerät.
Häufige Quellen im Alltag
Magnetfelder gibt es an vielen Orten. Dazu zählen Lautsprecher und Kopfhörer, Handyhüllen mit Magnetverschluss, Taschenverschlüsse, Tablet-Hüllen sowie Magnetschlösser an Etuis. Auch Geräte mit starken Magneten im Haushalt oder im Büro können die Uhr beeinflussen, wenn sie direkt daneben liegt.
Was hilft?
Ein Uhrmacher entmagnetisiert die Uhr mit einem speziellen Gerät, in der Regel rasch und mit geringem Aufwand, und der Gang normalisiert sich danach wieder. Wiederholt sich das Problem, lohnt es sich, nach der Ursache im Alltag zu suchen. Manche Modelle sind je nach Bauweise widerstandsfähiger gegen Magnetfelder, das hängt vom Werk und vom Gehäuse ab.
Legen Sie Ihre Uhr nicht neben Lautsprecher, Handyhüllen mit Magnetverschluss oder Taschen mit Magnetverschluss. Bewahren Sie sie an einem ruhigen Ort auf, am besten in einer Box ohne Magnetverschluss. Eine regelmässige Wartung hilft, die Ganggenauigkeit im Blick zu behalten.
Quarzuhren und Magnetismus
Das beschriebene Problem betrifft vor allem mechanische Uhren, weil dort die Spirale der Unruh reagiert. Quarzuhren sind weniger empfindlich, können aber durch sehr starke Magnete ebenfalls gestört werden, etwa im Zeigerwerk. Wenn Ihre Uhr nach dem Kontakt mit einem Magneten ungewöhnlich läuft, lassen Sie sie ebenfalls prüfen.
Wichtig ist, nicht selbst am Werk zu arbeiten. Das Gehäuse zu öffnen und Bauteile zu berühren, kann mehr Schaden anrichten, als es nützt. Überlassen Sie Prüfung und Entmagnetisierung dem Fachmann.
Eine kleine Gewohnheit hilft: Legen Sie die Uhr abends immer an denselben, magnetfreien Platz. So vermeiden Sie, dass sie unbemerkt neben einem Lautsprecher oder einer Handyhülle mit Magnet liegt.
Magnetfelder wirken vor allem aus nächster Nähe, deshalb liegt das Risiko oft beim Ablegen der Uhr auf oder neben einem Gerät.
Unser Tipp
Beobachten Sie den Gang Ihrer Uhr einige Tage und bringen Sie sie bei Auffälligkeiten zum Uhrmacher. Mehr zur Wartung lesen Sie im Beitrag Uhrenpflege und Revision, und eine Auswahl mechanischer Modelle finden Sie in der Kollektion Uhren.